Mein Motto für 2026: Weg aus der Komfortzone!

Mein Jahr 2026 hat mit mehreren guten Rutschen angefangen. Mit der ganzen Familie – meinem Mann und unseren zwei Töchtern – habe ich einen halben Tag in den nahegelegenen Alpen verbracht: herrliches Wetter, staubfeiner Schnee und mein gelber Rutscher. Als Italienerin habe ich den deutschen Neujahrswunsch „Guten Rutsch!“ schon immer sehr treffend gefunden. Da sehe ich mich bei jeder Jahreswende, als säße ich am Berggipfel. Ein Blick nach hinten zeigt mir all das Gute und weniger Gute, das ich in den letzten 365 Tagen erlebt habe. Ich lächle zurück, richte meinen Kopf nach vorne und dann geht’s los: schnell hinunter ins Tal, wo das Hochklettern erneut beginnt.

So ist es auch beim Schneerutschen. Es kribbelt im Magen, wenn man da oben auf der dünnen Plastikplatte sitzt, die dem Po kaum Schutz bietet. Wird der Schnee weich genug sein? Ist das Gefälle zu steil? Beim ersten Mal bremst man unwillkürlich mit einer Hand ab, doch mit der Zeit wird man mutiger und gelassener. Mit jeder neuen Runde wird es lustiger, bis es irgendwann keinen Spaß mehr macht, weil das Kribbeln im Magen nachlässt. Zeit für eine andere Piste.

Das wünsche ich mir für 2026: viel Kribbeln im Magen und neue Wege, die mich aus der Komfortzone führen. Das ist keine Entscheidung, die ich über Nacht getroffen habe. Das vergangene Jahr war eine Zeit tiefer Überlegungen – über mein Business als Übersetzerin Deutsch-Italienisch, die Entwicklung der Übersetzungsindustrie und die Zukunft aller „menschlichen Übersetzer:innen“. Und allmählich wurde mir eines ganz klar: Ich muss all die bequemen Gewohnheiten und die selbst errichteten Hürden und Bremsen hinter mir lassen. Ich muss hinaus: Weg aus der Komfortzone!

Weg aus der Komfortzone: Wie ich dieses Motto 2026 mit Beruf und Leben füllen werde

Dieses Motto bedeutet für mich 3 Dinge:

1. Ich werde beim Bloggen ganz eigenständig

Meinen P-Blog gibt es schon seit zwei Jahren. Ursprünglich war ich von dem Projekt ganz begeistert, aber in der Planungsphase habe ich zwei große Fehler gemacht.

  • Den ganzen technischen „Kram” habe ich meiner Webmeisterin überlassen, da ich mir einbildete, ich hätte keine Zeit dafür. Ein totaler Unsinn!
  • Ich habe nicht über die Kernthemen meines Berufs als Übersetzerin Deutsch-Italienisch gesprochen, weil ich fest davon überzeugt war, dass sie für meine Kundschaft uninteressant wären. Stattdessen habe ich mich lieber auf die Fachbereiche konzentriert, auf die ich spezialisiert bin.

Das Ergebnis: ein strategischer Blog, der nach zwei Jahren nur acht italienische und sechs deutsche Artikel enthält, weil ich schnell das Interesse daran verloren habe. Es war einfach langweilig, immer nur über das „Was“ und nie über das „Wie“ zu reden. Meine Kernkompetenzen kamen nie richtig zur Geltung. Zudem hatte ich immer das Gefühl, dass dieser Blog nicht wirklich mir gehörte, da ich von meiner Webmeisterin ganz abhängig war.

Das wird sich ändern, hat sich eigentlich schon geändert. Am 30. Dezember 2025 bin ich in The Content Society eingestiegen. Vor mir liegen zwölf Monate voller Spaß am dynamischen Bloggen unter der Leitung von Judith Peters und ihrem Team sowie mit der lieben, gegenseitigen Unterstützung der ganzen Community. Dieser Artikel ist mein erster Schritt in Richtung Eigenständigkeit beim Bloggen: Er wurde direkt von mir auf Deutsch verfasst und selbst veröffentlicht. YEAH! Aus technischen Gründen sind die Kommentare hier unten momentan ausgeschaltet. Diese Umstellung wird auch bald erfolgen.

2. Ich werde zur Fürsprecherin unserer Kategorie

In der kollektiven Vorstellung sind Übersetzer:innen flüchtige Gestalten. Als Profis lernen wir sehr früh, das Prinzip der „unsichtbaren Hand des Übersetzers” umzusetzen. Ähnlich wie Ghostwriter arbeiten wir hinter den Kulissen, sodass die Lesenden überhaupt nicht merken, welche Arbeit dahintersteckt. Denn stinkt eine Übersetzung nach der Ausgangssprache, ist sie keine gute Übersetzung. Das darf nicht geschehen!

Die meisten von uns sind introvertierte Menschen, die gerne im Schatten bleiben. Haben Sie schon mal einen Vortrag von einem Übersetzer bzw. einer Übersetzerin gehört? Das glaube ich kaum, es sei denn, Sie gehören selbst zum Beruf. Einige von uns nehmen gern ein Mikro in die Hand, aber nur vor einem Publikum, das ausschließlich aus Kollegen und Kolleginnen besteht. Wir arbeiten und leben in unserer Blase.

Für die Außenwelt existieren wir kaum, weil wir viel zu wenig darüber öffentlich erzählen, was wir tun und welchen Mehrwert eine professionelle Übersetzung bringt. Kein Wunder, dass die meisten Leute uns mit DeepL oder Google Translate gleichsetzen. Und dass Tech-Unternehmen ihre KI-basierten Systeme als gleichwertig oder sogar besser als die Arbeit von Profis bewerben. Ich kann nicht länger tatenlos zusehen, wie diese oft manipulierende Narration, die auf der Anthropomorphisierung von Maschinen beruht, weiter blind und stumm hingenommen wird. Ich verlasse meine gemütliche Komfortzone und werde ab diesem Jahr Fürsprecherin für meinen Beruf. Ich werde alles tun, was in meiner Macht steht, um die verzerrte Darstellung auszugleichen und unserem Beruf mehr Sichtbarkeit zu verschaffen. Denn KI ist gut und schön, ich nutze sie im gewissen Rahmen auch, beispielsweise zur Korrektur von Schreibfehlern. Aber sie ist keineswegs das Allheilmittel, das uns täglich in vielen Bereichen suggeriert wird.

3. Ich höre meinem Körper zu

Paola Barberis lächelnd im Schneegebirge, mit einem schwarz-weißen Skianzug und einem gelben Schneerutscher in der Hand.

2026 werde ich in mein 60. Lebensjahr rutschen. Es beginnt für mich jene Lebensphase, in der man sich noch ganz fit fühlt, aber der Körper nicht mehr bei allem so mitmacht wie früher. Eine Stunde lang am Boden mit gekreuzten Beinen? Das habe ich jahrelang gemacht, doch jetzt finde ich es anstrengend und sitze lieber auf einem Stuhl.

Auch meine Halswirbelsäule erinnert mich ständig daran, dass ich keine Dreißigjährige mehr bin und ich mir zwölf Stunden am PC leisten kann. Das war übrigens auch mit 30 nicht gesund.

In meinem Alltag heißt das: Ich muss aus der Komfortzone herauskommen, die sich in meinem Kopf kristallisiert hat. Ich werde meinem Körper mehr zuhören und neue Rhythmen und Gewohnheiten etablieren, um das Leben weiterhin in all seinen Facetten genießen zu können. Im richtigen Tempo.

Sie wollen mich 2026 dabei begleiten, wie ich mein Motto umsetze?

Sie wollen auch Ihre Komfortzone verlassen? Dann rutschen wir zusammen heraus!

Jeden Dienstag veröffentliche ich ein deutsches Posting auf LinkedIn. Dort finden Sie im Vordergrund auch die Verlinkungen zu meinen letzten Artikeln im P-Blog. Ich freue mich auf Ihren Besuch!

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